Die anstehenden Rückspiele der Champions-League-Play-offs versprechen eine ordentliche Portion Nervenkitzel. Während manche Partien noch völlig offen sind, wirken andere auf den ersten Blick entschieden – doch unterschätzen sollte man niemanden. Newcastle kann nach dem deutlichen 6:1-Sieg in Baku quasi schon die Koffer für das Achtelfinale packen. In einem völlig anderen Boot sitzen Juventus und Inter; beide müssen nach herben Niederlagen nun unter enormem Druck zurückschlagen. Auch bei PSG und Real Madrid ist Vorsicht geboten: Ihre Vorsprünge sind zu gering, um im Heimspiel einfach nur zu verwalten.
Die besten Quicktipps von Merkur für die CL-Play-off-Rückspiele
Atletico Madrid vs. Club Brügge
Brügge bewies im Hinspiel eine beeindruckende Moral und kämpfte sich nach einem frühen 0:2 zurück, wobei sie die Fehler der Gäste gnadenlos ausnutzten. Atlético wirkte in der Defensive ungewohnt instabil, sodass das 3:3 für die Spanier am Ende eigentlich ein Glücksgriff war. Im Wanda Metropolitano wird Atlético jedoch vermutlich wieder kompakter stehen und dem Gegner weniger Platz lassen. Für Brügge bedeutet das: Nur mit Mut und einer aggressiven Offensive ist ein Weiterkommen möglich.
Norwegen sorgt erneut für Aufsehen: Bodø/Glimt setzt seine beeindruckende Siegesserie fort. Durch eiskalte Chancenverwertung sicherten sich die „Gelben“ einen souveränen 3:1-Sieg. Inter hingegen agierte im Angriff überraschend zahnlos und fand gegen das hohe Tempo der Norweger kein Rezept. Im San Siro wird Inter nun deutlich mehr Dominanz ausstrahlen müssen, während Bodø alles geben wird, um das Ergebnis zu verteidigen.
Newcastle überrollte Qarabag im Hinspiel in Baku mit einem 6:1. Die Weichen waren bereits zur Halbzeit mit einem 5:0 gestellt, wobei Anthony Gordon mit vier Treffern die Hauptrolle spielte und die Defensive der Aserbaidschaner komplett aushebelte. Für Qarabag geht es im Rückspiel primär darum, eine weitere Pleite zu verhindern. Qualitativ bleibt Newcastle der klare Favorit; nur ein sehr frühes Tor könnte den Gästen neue Hoffnung geben.
Leverkusen bestrafte die defensiven Patzer der Griechen im Hinspiel sofort. Dank eines schnellen Konters und eines Standards traf Schick innerhalb kürzester Zeit doppelt. Olympiakos startete zwar stark, verlor aber nach den Gegentoren völlig die Orientierung. In der BayArena wird die Werkself nun mit dem Rückenwind der eigenen Fans versuchen, das Spiel zu kontrollieren. Piräus muss nun alles riskieren, was jedoch gefährliche Lücken für die Konter von Bayer öffnen könnte.
Trotz einiger wichtiger Ausfälle gelang Dortmund ein perfekter Start durch Guirassy, womit sie Atalanta über weite Strecken im Griff hatten. Bergamo wirkte im Angriff ideenlos und kam kaum zu gefährlichen Situationen. Zu Hause werden die Italiener jedoch deutlich aggressiver pressen und versuchen, das Spiel von Beginn an zu diktieren. Ein früher Treffer der Gastgeber könnte die gesamte Dynamik der Partie kippen.
Der 1:0-Sieg in Lissabon war zwar sportlich eng, aber emotional extrem aufgeladen – besonders im Rückblick auf das legendäre 4:2 am 8. Spieltag. Ein Tor von Vinícius, eine lange Spielunterbrechung und die Platzverweise für Mourinho prägten den Abend. Benfica verlor nach dem Gegentor die Beherrschung und fand keinen Weg mehr zum Ausgleich. Im Bernabéu wird Real nun versuchen, das Spieltempo zu kontrollieren und schnell für klare Verhältnisse zu sorgen.
Nach dem unerwarteten Absturz in die Play-offs lieferte PSG im 3:2 gegen Monaco erneut eine instabile Leistung ab. Die Defensive wirkte löchrig, doch die individuelle Klasse in der Offensive rettete das Spiel zum Ende hin. Im Parc des Princes dürfte Paris nun deutlich entschlossener auftreten und das Spiel kontrollieren. Es ist schwer vorstellbar, dass Monaco der Heimdominanz und der spielerischen Tiefe von PSG über die volle Distanz standhält.
Das 2:5 am Bosporus war ein regelrechter Schock für Juventus. Besonders die Gelb-Rote Karte gegen Cabal und der Ausfall von Bremer führten dazu, dass die Partie komplett kippte. Galatasaray nutzte die Überzahl gnadenlos aus und startete einen regelrechten Offensivsturm. In Turin muss Juve nun von der ersten Minute an extrem Druck ausüben und defensiv stabil stehen, wenn sie überhaupt noch eine theoretische Chance auf das Achtelfinale haben wollen.